Welches Filament für Anfänger?
PLA, PETG oder was? Wir erklären, welches Filament du als Einsteiger wirklich brauchst.
Die einfache Antwort
Kurzantwort: Starte mit PLA. Kauf eine Rolle in Schwarz oder Weiß (ca. 20 Euro), und du bist erstmal versorgt. Alles andere kannst du später lernen.
PLA für Einsteiger
PLA (Polylactid) ist das Einsteigerfilament schlechthin. Warum?
Vorteile von PLA
- Einfach zu drucken - Verzeiht viele Anfängerfehler
- Kein beheiztes Bett nötig - Funktioniert ab 50-60 Grad
- Geruchsarm - Riecht leicht süßlich, nicht unangenehm
- Umweltfreundlicher - Aus Maisstärke, biologisch abbaubar
- Günstig - 18-25 Euro pro Kilo
Nachteile von PLA
- Nicht hitzebeständig - Verformt sich ab ca. 50-55 Grad
- Etwas spröde - Nicht für mechanisch beanspruchte Teile
- Nicht wetterfest - Nicht für dauerhafte Außennutzung
Unsere PLA Empfehlungen
| Marke | Preis/kg | Für wen |
|---|---|---|
| 3DJake ecoPLA | ~18 EUR | Preis-Leistungs-Sieger |
| Bambu Lab PLA Basic | ~20 EUR | Perfekt für A1 Mini |
| Polymaker PolyLite | ~22 EUR | Premium-Qualität |
Wann PETG?
PETG (Polyethylenterephthalat-Glycol) ist die nächste Stufe nach PLA.
Wann du PETG brauchst
- Teile die Hitze ausgesetzt sind (bis 70-80 Grad)
- Mechanisch beanspruchte Objekte
- Teile für den Außenbereich
- Lebensmittelechte Anwendungen (bedingt)
Wann du PETG NICHT brauchst
- Dekorative Objekte
- Prototypen und Tests
- Figuren und Spielzeug
- Die meisten Hobby-Projekte
Unser Rat: Starte mit PLA. Wenn du nach einigen Wochen merkst, dass du stabilere oder hitzebeständigere Teile brauchst, probiere PETG.
PETG Druckparameter (falls du es probierst)
- Drucktemperatur: 230-250 Grad
- Betttemperatur: 70-80 Grad
- Geschwindigkeit: etwas langsamer als PLA
- Wichtig: Enclosure nicht nötig, aber hilfreich
Was ist mit anderen Filamenten?
ABS - Brauchst du nicht
ABS war früher Standard, ist aber für Einsteiger nicht empfehlenswert:
- Braucht Enclosure (geschlossenen Druckraum)
- Starke Geruchsentwicklung
- Verzieht sich leicht (Warping)
PETG kann fast alles, was ABS kann, ist aber viel einfacher zu drucken.
TPU (Flexibel) - Später
Flexibles Filament ist interessant für Handyhüllen, Dichtungen oder Spielzeug. Aber:
- Erfordert langsameres Drucken
- Direct-Drive-Extruder empfohlen
- Erstmal bei PLA bleiben, TPU kommt später
Spezialfilamente
Holz-, Metall- oder Leuchtfilamente sind nette Spielereien. Aber konzentrier dich erstmal auf die Basics mit PLA.
Farbwahl für den Start
Unsere Empfehlung: Schwarz oder Weiß.
Warum? Diese Farben:
- Verzeihen kleinere Druckfehler optisch besser
- Sind universell einsetzbar
- Zeigen die Druckqualität am ehrlichsten
Bunte Farben kannst du später kaufen, wenn du die Grundlagen beherrschst.
Lagerung von Filament
Filament mag keine Feuchtigkeit. Ein paar Tipps:
- Originalverpackung: Mit Silicagel aufbewahren
- Nach Öffnung: In verschließbarer Box mit Trockenmittel
- Zeichen für feuchtes Filament: Knistern beim Drucken, Blasenbildung
Für den Anfang reicht es, die Rolle in einer Plastiktüte mit dem beiliegenden Silicagel zu lagern.
Häufige Fragen
Wie viel Filament brauche ich zum Start?
Eine Rolle (1 kg) reicht für viele Drucke. Als Einsteiger wirst du die erste Rolle in 2-4 Wochen aufbrauchen - je nachdem wie viel du druckst und wie viele Fehldrucke passieren.
Muss ich Markenfilament vom Druckerhersteller kaufen?
Nein, aber es macht den Einstieg einfacher. Bambu Lab PLA auf einem A1 Mini funktioniert mit den voreingestellten Profilen perfekt. Später kannst du günstigere Alternativen testen.
Ist günstiges Filament schlecht?
Nicht unbedingt. Aber sehr billiges Filament (unter 15 EUR/kg) hat oft schwankenden Durchmesser oder Verunreinigungen. Das führt zu Druckproblemen. Lieber 5 Euro mehr zahlen und frustfrei drucken.
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Letzte Aktualisierung: Januar 2025